Zwischen Transfer, Transformation, struktureller Kopplung und Ruptur: Klärungen zum Verhältnis von Hochschule und Gesellschaft
Hochschulen können gesellschaftliche Transformation nicht herstellen, wohl aber Bildungs-, Reflexions- und institutionelle Kopplungsräume eröffnen, in denen die Differenz von Hochschule und Gesellschaft produktiv ausgehalten und bearbeitet werden kann. Der Beitrag plädiert für begriffliche Präzision als Voraussetzung realistischer Erwartungen an hochschulische Verantwortung und klärt wissenssoziologisch die Begriffe Transfer, Transformation, strukturelle Kopplung und Ruptur im Verhältnis von Hochschule und Gesellschaft. Ausgehend von der semantischen Verschiebung vom Forschungstransfer über Wissenstransfer hin zu transformativer Hochschulbildung zeigt er zudem, dass diese Begriffe unterschiedliche Modi der Wissensorganisation bezeichnen und nicht als Steigerungsstufen eines einheitlichen Relevanzversprechens missverstanden werden dürfen.